29. May 2001
Bei der Neuproduktion der Strawinsky-Oper an der Staatsoper, die am 10. Juni Premiere feiert, wird abermals das Bild im Zentrum stehen.
Denn Jürgen Flimms Inszenierung wird ausgestattet von Gottfried Helnwein, dem streitbaren österreichischen Maler, Filmemacher, Fotograf und Aktionskünstler,
der die vertonten Gemälde rückübersetzt in neue, freie Bildwelten, assoziativ und provozierend zugleich.
Eine zitatenhafte Videocollage hat er vorgesehen, die auf die leere Bühne projiziert wird, grelle, stimmungsvolle Impressionen, die nichts mit Naturalismus gemein haben, sondern Zeichenhaftigkeit anstreben und damit die Parabel betonen.
Mit Hamburg verbinden Helnwein übrigens einschneidende Erfahrungen: Das Plakat, das er 1988 für Peter Zadeks "Lulu"-Produktion am Schauspielhaus entworfen hatte,
löste wegen seines angeblich pornografischen Gehalts Stürme der Entrüstung aus.
Und Hans Kresniks "Pasolini"-Stück, das er ebendort ausstattete, sorgte für kaum weniger Aufsehen.
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